Jeder ab 16 Jahren kann einen Bausparvertrag abschließen. Zur Freude der Bausparkassen und zur Freude der Bausparer, die einkommensmäßig zwischen Armut und Reichtum angesiedelt sind. Denn dann gibt es ein paar Mark vom Staat zu den Zinsen der Bausparkassen als Prämie obendrauf.
Ursprünglich hatte die Regierung geplant, die Förderung ab 2004 zu beenden. Stattdessen aber bleibt die Förderung nun doch erhalten, allerdings wird sie gesenkt. Die Wohnungsbau-Prämie wird ab 2004 von 10% auf 8,8% gesenkt. Das gilt für neue und für bereits vor 2004 abgeschlossene Verträge. Die Fördergrenzen bleiben unverändert.
Der Staat fördert mit einer Prämie die Anschaffung von Wohneigentum. Doch auch diejenigen, die kein Wohneigentum erwerben oder nicht bauen möchten, bekommen die Prämie. Auf diese Weise ist der Staat den Bausparkassen dabei behilflich, genug Geld in die Kassen zu bekommen, um Bauwilligen Darlehen zu niedrigen Nominalzinsen bieten zu können.
Einkommensgrenze, um die staatliche Prämie bekommen zu können
Ledige,
deren jährliches zu versteuerndes Einkommen nicht höher als 25.600 Euro
beträgt, Verheiratete, deren jährliches zu versteuerndes Einkommen
nicht höher als 51.200 Euro beträgt, bekommen die Prämie. Wichtig: Es
handelt sich bei den genannten Werten nicht um das Brutto-Einkommen oder
um das Netto-Einkommen. Die Höhe des zu versteuerndes Einkommen ergibt
sich aus den Bestimmungen im Einkommensteuer-Gesetz.
Der Familienstand und die Zahl der Kinder sowie die Höhe der steuerlich abzugsfähigen Kosten (vor allem Werbungskosten) sind relevant für die Ermittlung des versteuernden Einkommens. Wer es genau wissen will (muss), fragt einen Steuerberater. Übrigens: Die Höhe des zu versteuernden Einkommens des Vorjahres steht im Steuerbescheid des Finanzamtes und kann zur Orientierung dienen.
Höhe der Wohnungsbau-Prämie
Ledige erhalten auf eine Einzahlung bis 512 Euro jährlich 8,8% Prämie, Verheiratete erhalten auf eine Einzahlung bis 1.024 Euro jährlich 8,8% Prämie. Die Höhe der Einzahlung kann jeder frei wählen. Wer zum Beispiel nur 300 Euro im Jahr aufbringen kann oder will, kann auch nur 300 Euro einzahlen und erhält darauf 8,8% Wohnungsbau-Prämie.
Sperrfrist
Die Wohnungsbau-Prämie wird nur dann gezahlt, wenn man entweder das Bausparguthaben zu wohnwirtschaftlichen Zwecken verwendet oder 7 Jahre nicht über das angesparte Geld verfügt. Nach 7 Jahren kann man mit dem Geld machen, was man will, das heißt man muss es dann nicht mehr wohnwirtschaftlich nutzen.
Zusammentreffen von Bausparverträgen nach dem Vermögensbildungs-Gesetz
und nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz
Man kann einen Bausparvertrag nach dem Vermögensbildungs-Gesetz und einen Bausparvertrag nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz abschließen. Es müssen aber keine zwei getrennten Verträge sein, es kann ein gemeinsamer Vertrag sein.
Aber: Auf jeden eingezahlten Euro gibt es nur eine der beiden Förderungen!
Wer zum Beispiel 300 Euro auf einen Bausparvertrag einzahlt, bekommt darauf nur einmal eine der beiden Prämien. Wer zum Beispiel 700 Euro einzahlt, kann für 470 Euro die Prämie nach dem Vermögensbildungs-Gesetz und für die verbleibenden 230 Euro die Prämie nach dem Wohnungsbau-Prämiengesetz beantragen.
Bitte beachten Sie, dass die Einkommensgrenzen für die beiden Förderungen nicht identisch, sondern unterschiedlich hoch sind. Wer zum Beispiel die niedrigere Einkommensgrenze nach dem Vermögensbildungs-Gesetz überschreitet, kommt eventuell noch in den Genuss der Wohnungsbau-Prämie, da die Einkommensgrenze für diese Förderung höher ist.